Chronik


 Situation vor Vereinsgründung: Der Ohrelauf floss mäandernd  von der Grenze bei Wendischbrome, durch die als Weiden genutzten Wiesen der Altendorfer Ohreaue und auch durch die Wiesen im Bereich Brome bis zur Rehfeldschen Mühle. Dort gab es noch ein funktionierendes Wasserrad und einen fischreichen Mühlenkolk. Es gab noch Krebse, Muscheln, Stichlinge, Quappen, Aalquappen, Schleien, Goldbrassen und Tausende von Gründlingen in den sauberen Gewässern mit Hohlufern und unterschiedlichen Wassertiefen, die sich in den Ohrebögen als Löcher (von uns genannt Loch 1 bis 6 hinter der Brücke an der Salzwedeler Straße bis zu Grenze vor Steimke) selbst gebildet hatten. Wassertiefe 0,5 bis etwa 1,5 Meter. Das Wasser stand bis zum Wiesenrand und war so klar,dass man bis auf den Grund schauen konnte.

Bis etwa 1970 gab es in diesem Bereich nur Wiesen in denen noch Kühe und Pferde weideten und im Frühjahr die Kiebitze nisteten. Fische gab es auch noch in derteichartigen Badeanstalt aber Schwimmen lernten wir in der Ohre, da die Badeanstalt von Ohrewasser gespeist erst später wieder in Betrieb genommen wurde ein Seitenarm der Ohre lief unbearbeitet an der Badeanstalt vorbei und gewährleistete schnellen Wasserablauf bei Hochwasser. Hier hatte auch noch der Eisvogel seine Nisthöhlen und Uferschwalben bauten in der Sandkuhle. Als etwa 1964 der untere Bereich der Ohre bis zur Grenze vor Steimke ausgebaggert und kanalartig ausgebaut wurde, war es mit der natürlichen Beschaffenheit dieses Flussbereiches vorbei. Das Flussbett hatte einheitliche geringe Wassertiefe, Wasserpflanzen fast verschwunden, Hohlufer entfallen, Artenvielfalt der Fische wurde immer weniger und bei Trockenheit wuchsen Wiesengräser auf den Sandbänken. Dafür hatten die Landwirte trockene Wiesen,

konnten diese zu Ackerflächen umwandeln,Überschwemmungen gab es fast nicht mehr aber der schnelle Abfluss in Richtung Sachsen-Anhalt war gewährleistet.


Diese Situation am Ohrelauf bestand bis 1978, die Fischerei dort war inzwischen in drei Bereiche eingeteilt und verpachtet. Die Gemeinde Brome plante dann zur Verbesserung des Hochwasserschutzes und des Fremdenverkehrs, den Bau der Ohre-Seen im Bereich der Bromer Ohre-Wiesen, die allerdings nicht mehr landwirtschaftlich genutzt und natürlich verwildert waren. Durch den Baubeginn dieser Ohre - Seen in 1978 war in die Rechtsgrundlage der bestehenden Pachtverträge mit den bisherigen Fischereiberechtigten und deren Unterpächtern entfallen.

Es bestand akuter Handlungsbedarf und die drei Hauptpächter:

-  Herbert Fölz aus Altendorf für den Flusslauf im dortigen Bereich.
-  Willi Beldner aus Brome für die Ohreläufe im Bereich Brome bis zur Salzwedeler Straße
-  Horst Tietz für die Ohre bis zu deren Eintritt in die damalige DDR kurz vor Steimke

kamen am 16.2.1978 zusammen um die Situation zu besprechen, da der Bau der Ohre- Seen bereits begonnen hatte.
Man einigte sich darauf, die Pachtbezirke zusammenzulegen und einen Fischereiverein zu gründen. Hierfür soll mit den bisherigen Unterpächtern eine Planungsgruppe gebildet werden, um die formellen Voraussetzungen dafür zu schaffen.
Diese Planungsgruppe kam am 25.02.1978 erstmals im Gasthaus Heling in Altendorf zusammen. Es sollte kurzfristig ein Satzungsentwurf für eine Vereinsgründung erstellt und die Gemeinde Brome über dieses Vorhaben informiert werden.
Horst Tietz wurde gebeten die weiteren Schritte dafür einzuleiten.
Dieser besorgte sich Satzungen anderer Fischereivereine und erstellte für den
neu zu gründenden Verein eine spezielle Mustersatzung und eine Geschäftsordnung als Diskussionsgrundlage.
Einig war sich der Planungsausschuss, dass der neue Verein sich dann sehr intensiv
mit Natur - und Umweltfragen befassen soll und damit die Gründung als reiner Angel- Sport-Verein nicht in Frage käme.
Am 1.3.1978 wurde die Gemeinde schriftlich informiert, dass der neu zu gründende
Verein alle Ohregewässer von der Grenze bei Wendischbrome bis zur Grenze vor Steimke pachten möchte. Es wurde gebeten, dafür die Voraussetzungen zu prüfen und gegebenenfalls zu schaffen. Unterschrieben wurde der Antrag von den drei bisherigen Pächtern. Weiterhin schrieb Horst Tietz am 3.3.1978 im Auftrag des Planungsausschusses auch direkt an den damaligen Bürgermeister Adolf Bannier mit Kopie für den damaligen Gemeindedirektor Hans Schönecke, mit der Bitte um eine kurzfristige Entscheidung. Ein Verein könne erst gegründet werden, wenn gesichert sei, dass dieser die angesprochenen Gewässer auch pachten könne. Der dann gewählte geschäftsführende Vorstand würde danach mit den Gemeindevertretern einen Pachtvertrag fixieren. Bei nachfolgenden Kontaktgesprächen wurde mündlich ein Pachtvertrag in Aussicht gestellt. Dessen Fixierung und Abfassung könne aber noch nicht erfolgen, da die rechtliche Klärung - bezogen auf evtl. Fischereirechte der Ohreanlieger - noch nicht abgeschlossen sei.


Nach dieser Zusage konnte die Vereinsgründung geplant und zu einer Gründungsversammlung eingeladen werden. Diese Gründungsversammlung fand am 28.07.1978 im Gasthaus Heling in Altendorf statt. Hier wurde unter den 19 Interessenten, die Satzung und Geschäftsordnung diskutiert und anschließend mit geringfügigen Änderungen angenommen.
Der Vereinsname sollte sein:
Natur- und Angelverein Ohretal Brome

Außerdem sollte der Verein als gemeinnütziger Verein mit dem Zusatz e.V ins Vereinsregister eingetragen werden. Die erste Vorstandswahl des Vereins ergab:

1. Vorsitzender: Horst Tietz aus Brome

2 .Vorsitzender: Herbert Fölz aus Altendorf

Kassenwart : Jürgen Wolterstorff aus Brome

Schriftführer: Gerd Blanke aus Altendorf

Gewässer- u. Gerätewart: Otto Schmidt aus Brome

Damit war die rechtliche Grundlage für diesen neuen Verein erfüllt. Eine Bewirtschaftung der Gewässer war allerdings noch nicht möglich, da ohne einen Pachtvertrag ein rechtsloser Zustand bestand.


Im Jahr 1979 konnte der Vorstand nur planen, da noch immer kein Pachtvertrag abgeschlossen werden konnte.
Die Vereinsmitglieder wurden ungeduldig und mussten vom wilden Angeln

abgehalten werden. Informiert wurden diese immer im Mitteilungsblatt unter einem speziellen Logo " Paß up " auch darüber, dass Wildfischerei strafbar ist und ohne Fischereierlaubnis auf eigenes Risiko geangelt wird.
Am 9.6.1979 wurden die Ohre-Seen offiziell eingeweiht.

Otto Schmidt erstellte eine Gewässerordnung, die am 25.8.1979 vom Vorstand beschlossen wurde. Damals noch ohne Fangbegrenzung. Horst Tietz schreibt Vorlage für eine gebundene Fassung der Satzung, Geschäfts-und Gewässerordnung, die später gedruckt und an die Mitglieder ausgehändigt wird. Damals noch ohne Wappen, das noch von Horst Tietz erarbeitet wird, dafür aber mit einer Zeichnung des Eisvogels, der später Symbol im Vereinswappen wird.

 

 


Ende des Jahres 1979 bekamen wir Kenntnis über ein
Vorhaben des Unterhaltungsverbandes Ohre, den schönen mäandernden Ohrelauf in der Altendorfer Ohreaue intensiv zu bearbeiten und eine Grundräumung durchzuführen. Was mehr als 20 Jahre versäumt wurde, sollte jetzt nachgeholt werden, mit dem Vorwand, dass nach Ansicht der landwirtschaftlichen Wieseneigentümer die Vorflut völlig unzureichend sei und diese sich nur bis zum Bau der Ohreseen geduldet hätten.
Wir hatten das Bild des Ohrelaufes in Richtung Steimke nach der Grundräumung vor
Augen und befürchteten auch hier eine völlige Zerstörung des natürlichen Flusslaufes, nahezu des letzten im Landkreis Gifhorn. Hier war der Vorstand und der Verein gefordert nach § 1 ( 1 und 2 ) der damaligen Satzung tätig zu werden.
Das Jahr 1980 wurde für den jungen Verein damit auch deswegen sehr intensiv.
Mit Schreiben vom 12.1.1980 an den Geschäftsführer des" Unterhaltungsverbandes Ohre" in Gifhorn bat Horst Tietz im Auftrage des Vereins um Info über Art und Umfang der vorgesehenen Grundräumung und gab die Bedenken dagegen zur Kenntnis. Unzureichende Antworten und weiterer Schriftverkehr veranlassten uns, weitere Gremien und Verbände zu informieren und um Mithilfe zu bitten, damit dieses letzte Stück einer natürlichen Flusslandschaft erhalten bleibt. Diese Aktion zog sich dann bis 1982 hin.

Anfang 1980 hat uns die Gemeinde Brome endlich den Entwurf eines Pachtvertrages vorgelegt, der dann nach kleinen Änderungen von beiden Seiten akzeptiert und unterschrieben wurde. Der Pachtzins war akzeptabel und der Verein hatte für 12 Jahre eine Rechtssicherheit über die Ohregewässer und die Eintragung des Vereins in das Vereinsregister konnte notariell betrieben werden, der große Ohresee konnte besetzt und die Vereinsmitglieder endlich Angelkarten erhalten und ohne Bedenken angeln.

Am 23.2.1980 die erste Hauptversammlung des jungen Vereins, alle Mitglieder erhalten ihre Angelberechtigungen und Hefte mit den Vereinsregularien. Am 15.4.1980 wird der großen Ohresee erstmals mit l00 kg Karpfen besetzt. Ebenso orderte Otto Schmidt Schleien und Forellen zum ersten Anangeln am 27.4.1980 Der kleine See blieb zunächst unbesetzt, da die Auswirkungen der geplanten Grundräumung der oberen Ohre nicht absehbar waren.

Otto Schmidt baute fleißig Nistkästen für verschiedene Höhlenbrüter, die dann nach und nach aufgehängt und jährlich kontrolliert und gereinigt wurden.
lm neuen Gewässer des großen Sees erschienen Wasserpflanzen, die sich rasend
vermehrten. Diese Laichkräuter bedeckten weite Flächen und wurden mechanisch per Trecker und Drahtseil abgerissen, abgefischt und abgefahren. Dieses half aber nur begrenzt, so dass später noch ein Mähboot vom Landkreis beide Seen und den Ohre- Umlauf bearbeitete. Enorme Arbeitseinsätze der Mitglieder.
Am 16.6.1980 wird der Verein unter der Nr. 538 in das Vereinsregister beim Amtsgericht WOB eingetragen und führt seitdem den Zusatz e.V.
Am 3.7. 1980 wurde der Wappenentwurf von Horst Tietz genehmigt. Dieses Vereinsemblem ziert seitdem die Schriftstücke des Vereins.

Die Gemeinde wurde um Prüfung und Klärung mit dem Landkreis Gifhorn gebeten, ob durch Einbau von Sohlschwellen in den unteren Lauf der Ohre, dort der Wasserstand erhöht, der Sauerstoffgehalt im Wasser verbessert und damit die Lebensqualität für Fische verbessert werden könne. Später lieferte der Landkreis dann Wasserbausteine, die vom Verein als Steinschüttungen in den Fluss eingebracht wurden. Diese kleinen Wälle in der Ohre wirkten sich auch sehr positiv auf die Wasserqualität aus.


Die Gemeinde wurde um Prüfung und Klärung mit dem Landkreis Gifhorn gebeten, ob durch Einbau von Sohlschwellen in den unteren Lauf der Ohre, dort der Wasserstand erhöht, der Sauerstoffgehalt im Wasser verbessert und damit die Lebensqualität für Fische verbessert werden könne. Später lieferte der Landkreis dann Wasserbausteine, die vom Verein als Steinschüttungen in den Fluss eingebracht wurden. Diese kleinen Wälle in der Ohre wirkten sich auch sehr positiv auf die Wasserqualität aus.

In der Sache Grundräumung des oberen Ohrelaufes wurden seit dem März 1980 diverse andere Gremien aktiv und setzten sich für den Erhalt dieses Natur- Juwels ein.
Gemeinde, Naturschutzbeauftragte, Wilfried Sievers
vom damaligen DBV, die Presse und viele andere versuchten, teilweise aneinander vorbei, Einfluss - für oder gegen - zu nehmen. Beantragt wurde u.a. auch dieses Gebiet unter Landschafts- und Naturschutz zu stellen. Inzwischen sickerten auch so einige Tatsachen über den Umfang der Planung durch. Es sollte mit intensivem Maschineneinsatz von der Ostseite der Ohre entstandene Sandbänke, die sich in den Flusskurven gebildet hatten, ausgeräumt, dabei gleichzeitig das Flussbett
vertieft und verbreitert werden. Der Aushub sollte an der Fluss-Ostseite abgelagert werden, es würde

dadurch ein Bearbeitungsweg entstehen, der spätere Räumungen leichter machen würde. Einige Nasen (Landspitzen der Mäander) könnten dabei evtl. verschwinden. Das wäre es dann mit diesem Natur-Denkmal gewesen, eine Vorflutrinne wäre entstanden, Hohlufer entfallen, Flussbett gleichmäßig eingeebnet, Flussmuscheln, Flusskrebse, Teichrosen, Schwertlilien und vieles andere schützenswerte in dem Bearbeitungsweg einplaniert.

Grundsätzlich hatte unser Verein gegen eine schonende Flussräumung keine größeren

Bedenken. Die hätte den Landwirten auch geholfen, wenn zusätzlich noch die Abzuggräben zur Ohre an deren Wiesen freigemacht worden wären.

Zum 24.11.1980 lud das Tiefbauamt im LK Gifhorn (Herr Kronenberg) dann alle an diesem Gebiet Interessierten zu einer gemeinsamen Erörterung in das Gasthaus Heling in Altendorf ein. Der Ausbau sollte im Herbst 1981 geschehen. Unseren Verein vertraten Horst Tietz und Gerd Blanke, der auch für den Heimat- und Museumsverein anwesend war. Vom LK und vom Unterhaltungsverband wurde das Vorhaben erläutert, das alle landwirtschaftl. Interessierten unterstützten. Fluss-Sohle soll um 60cm vertieft werden, Sohlbreite von 2 auf 5 Meter verbreitert werden, durch Abschrägung entstünde dann oben eine Fluss (Kanal)breite von 10 Meter.

Wir machten unsere Bedenken geltend und wurden intensiv unterstützt von Dr. Delfs,dem Naturschutzbeauftragten des LK- GF, der stark für den Erhalt dieses letzten Feuchtgebietes im LK plädierte und auf seinen Antrag auf Ausweisung eines Naturschutzgebietes hinwies.


1981 wurde zum ersten Mal ein Lehrgang zur Ablegung der Sportfischerprüfung von Otto Schmidt organisiert. Wolfgang Albrot wurde auf unseren Vorschlag zum Fischereiaufseher bestellt. Im kleinen Ohresee wurde eine Schwimminsel verankert.

 

Im März 1981 stellt OKD Dr. Lemke fest, dass die obere Ohre-Aue in besonderem Maße die Voraussetzung für eine Ausweisung zum Naturschutzgebiet erfüllt, die vorgesehene Grundräumung nicht durchgeführt werden und damit der Verband-Ohre von seiner Unterhaltungspflicht entbunden wird. Eine Sicherstellung dieses Gebietes wurde aber leider nicht vorgenommen. Erstmal war aber der Ohrelauf gerettet. Mit den betroffenen Landwirten sollten Gespräche stattfinden, um eine Lösung für deren berechtigte Ansprüche zu finden.

Diese Gespräche müssen sehr geheim geführt worden sein, denn nach und nach

sickerte durch, dass ein neuer Plan zur Entwässerung der Altendorfer Ohrewiesen entstanden sei. Ein breiter Kanal sollte als Talfanggraben von der Ohre vor Wendischbrome durch die Wiesen geführt, in den oberen Ohresee münden, die Wasserabfuhr bei Hochwasser gewährleisten und die Landwirte zufriedenstellen. Der anfallende Aushub sollte auf die Wiesen verteilt werden, die dann entstehende

Insel über zwei teure Brücken befahren werden können. Gegen diesen irrwitzigen Plan,

der eigentlich nichts brachte, 200.000,-DM kosten sollte aber Landschaft und die Kräuter der Feuchtwiesen negativ beeinflussen würde, erfolgte von vielen Seiten Widerstand.

Mit Schreiben vom 10.1.1982 plädierten Gerd Blanke und Wilfried Sievers vom DBV intensiv und mit guten Argumenten gegen diesen Kanal bei 9 Gremien , dabei auch bei der Bezirksregierung BS und der Landesregierung in Hannover. Es wurde um Einsicht in die Planungsunterlagen gebeten.

 

Bei einer Sitzung des Gemeinderates am 21.1.1982 im Gasthaus Müller in Brome wurde die neue Planung vorgestellt. Horst Tietz beantragte für den Verein dort einen Stopp dieses Bauvorhabens, gab die Bedenken begründet zur Kenntnis und bezeichnete dieses Vorhaben als Schildbürgerstreich - Argumente gegen Kanalbau:

- Feuchtwiesen werden nahezu halbiert und sind für Iandwirtschaftl. Nutzung fast wertlos
- Die entstehende Insel wird trotz der teuren Brücken wohl nicht mehr
bewirtschaftet und versteppen. Nahrungsgrundlage für die Störche in Altendorf reduziert, es wird deren Abzug befürchtet.
- Hochwasserschutz fragwürdig, da dieser vom Pegelstand des Ohresee abhängig
- Der Ohrelauf wird dann weiter verlanden
- Die entstehende Insel wird trotz der teuren Brücken wohl nicht mehr
- Das Landschaftsbild wird für alle Zeiten zerstört und die Auswirkungen auf die
dortige schützenswerte Flora und Fauna ist unabsehbar
- Es entfällt für den gewünschten Fremdenverkehr ein Schulbeispiel für die heile
ökologische Zelle eines natürlichen Flusslaufes

Nach Einsicht der Planungsunterlagen wiesen Gerd Blanke und Wilfried Sievers
schriftlich am 25.1. 1982 an 9 Verteiler nochmals auf die Sinnlosigkeit dieses Vorhabens hin.
Inzwischen war aber die Planfeststellung im
Geheimen soweit fortgeschritten,
dass bereits Mitte April 1982 der 8-Meter breite Kanal zur Hälfte fertig und ein Baustopp nicht mehr möglich war.
Heute (2014) zeigt sich, dass die Befürchtungen des Gründungsvorstandes zum Talfanggraben sich bewahrheitet haben. (Der Ohrelauf verlandet und der Hauptabfluss geht über den Talfanggraben.) Immerhin konnte der Verein die Gewässer wieder besetzen und tat dies auch mit ökologisch wertvollen Arten, die teilweise auf der Roten Liste stehen.
Saiblinge, Bachforellen, Gründlinge, Aland, Elritzen und Bitterlinge für die Vermehrung der Flussmuscheln bereichern seitdem die Ohre. Außerdem wurde 1982 auch eine Jugendgruppe unter der Leitung von Adolf Lüthe installiert.
Am 1.7.1984 wurde das Gebiet „Ohreaue bei Altendorf“ mit zwei Zonen als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

In den kommenden Jahren wurden die Seen regelmäßig besetzt, auch mit Aalen und Zandern. Der große Ohresee wurde einmal abgelassen und der Fischbestand auf Krankheiten kontrolliert. So entwickelte sich der Verein kontinuierlich bis 1987 unter der Regie von Horst Tietz weiter und hatte bis dahin etwa 60 aktive Mitglieder.

 

Fortsetzung folgt ...